Jobwechsel – worauf du bei beruflichen Veränderungen achten solltest

Der Wunsch nach einer beruflichen Veränderung kann unterschiedliche Gründe haben. Nicht immer ist es dabei die Unzufriedenheit im aktuellen Unternehmen. Auch eine größere Veränderung im eigenen privaten Umfeld kann dazu führen, dass der Job nicht mehr zum Privatleben passt. Demzufolge ist es vollkommen legitim sich neu zu orientieren und einen Jobwechsel in Betracht zu ziehen. Worauf du bei beruflichen Veränderungen achten solltest, erfährst du im Beitrag.

Das schlechte Gewissen als Hemmschuh

Der Gedanke, sich beruflich verändern zu wollen, wird den meisten bekannt vorkommen. Denn wie der Gallup Engagement Index zeigt, machen 85% aller Angestellten lediglich Dienst nach Vorschirift oder haben sogar innerlich bereits gekündigt. Und das ist seit Jahren unverändert. Warum ist trotzdem kaum jemand bereit etwas an seiner Situation zu ändern?

Selbstverständlich spielt das Bedürfnis nach Sicherheit eine enorm große Rolle und sollte nicht unterschätzt werden. Und auch der innere Schweinehund tut oftmals sein Übriges. Dennoch ist es häufig das schlechte Gewissen, welches einen daran hindert, seinen Arbeitgeber zu verlassen. Schließlich ist man schon lange im Unternehmen und somit fühlt es sich an als würde man sich von seinem Partner trennen.

Dabei ist ein Jobwechsel ab einem bestimmten Zeitpunkt für alle Seiten eine gute Lösung. Denn irgendwann macht sich das Gefühl von Stagnation breit und der Wunsch nach Veränderung entsteht. Wieso das so ist, beschreibt der Beitrag „Neue Impulse dank regelmäßigem Jobwechsel“. Warum lässt man sich dennoch so häufig von seinem Gewissen ausbremsen?

Ein Erklärungsansatz lässt sich in der Vergangenheit finden, als die Arbeitswelt noch als klassischer Arbeitgebermarkt definiert war. Das Angebot an Arbeitskräften war höher als die Nachfrage und so konnten Unternehmen frei wählen, wen sie einstellen wollten. Folglich war man froh und dankbar überhaupt eine Anstellung gefunden zu haben, welche man möglichst auch nicht mehr verlieren wollte.

Und so war man auch bereit, sehr viel für den Erhalt seiner Arbeitsstelle in Kauf zu nehmen. Doch auch heute ist so ein Verhalten noch sehr häufig zu beobachten. Bestes Beispiel ist das Berufspendeln. Das gesamte Privatleben wird so angepasst, dass es zu den Anforderungen der Arbeit passt. Unsere Arbeitswelt befindet sich in einem Wandel zum Arbeitnehmermarkt. Sollte folglich nicht auch ein Umdenken stattfinden, ob sich das Privatleben wirklich immer nach der Arbeit richten muss?

Wenn der Wunsch nach beruflicher Veränderung immer größer wird

Wenn sich der Gedanke nach einer beruflichen Veränderung einmal eingeschlichen hat, ist er schwer wieder wegzubekommen. Glücklicherweise ist dies auch gar nicht notwendig. Aber den Gedanken zu ignorieren und versuchen ihn auszusitzen, wird nicht funktionieren. So schwer es auch erscheinen mag, du musst dich von nun an damit auseinandersetzen. Die folgenden fünf Punkte sollen dir dabei helfen.

Triff eine Entscheidung

Gut Ding will manchmal Weile haben, das stimmt. Dennoch wirst du in Bezug auf deine berufliche Zukunft eine Entscheidung treffen müssen. Spätestens wenn dich deine Gedanken nicht mehr schlafen lassen, solltest du ganz ehrlich mit dir sein. Kannst du dich damit arrangieren, dass alles so weiter geht wie bisher? Oder musst du etwas verändern, um wieder ruhig schlafen zu können?

Wenn du eine Veränderung brauchst, dann triff diese Entscheidung und stehe dazu. Denn jetzt kannst du handeln. Vielleicht hatten sich in der Vergangenheit bereits lose Aussichten auf einen neuen Job ergeben. Dann kannst du ihnen nun weiter nachgehen und schauen, was sie dir bieten. Und wenn nicht, dann begib dich auf die Suche. Es werden Möglichkeiten auftauchen. Schließlich hast du dich entschieden.

Lege deine Werte fest

Ein Wechsel lediglich um des Wechsels Willen verspricht nicht automatisch Erfolg. Schließlich ist es nicht die Aufgabe von anderen dich glücklich zu machen. Deshalb solltest du ehrlich zu dir selbst sein und dir klarmachen, was sich konkret für dich bei einem Wechsel ändern soll. Lege also genau fest, worauf du in Zukunft Wert legen möchtest. Das wird dir helfen, die richtige Wahl zu treffen.

Bedenke dabei, dass Geld nur kurz motiviert und der positive Effekt vom mehr Gehalt nach kurzer Zeit wieder abflacht. Wie genau das mit der Motivation funktioniert, erfährst du im Beitrag „Gesellschaftlicher Bedeutungswandel der Arbeit“. Ein paar Werte als Inspiration können z.B. folgende sein:

  • Mehr Freizeit
  • Ein kürzerer Arbeitsweg
  • Mehr Flexibilität
  • Eine andere Firmenstruktur
  • Ein neues Themen- oder Aufgabengebiet

Werdet euch einig

Wenn du einen potenziellen neuen Arbeitgeber gefunden hast und eure Werte übereinstimmen, dann mach es fix. Jetzt ist es wichtig, trotz allem guten Willen und Vertrauen, etwas in der Hand zu haben. Unterschreibe deinen neuen Arbeitsvertrag oder lass dir eine schriftliche Zusage ausstellen. Mündliche Zusagen sind in der Praxis leider nur sehr schwer nachzuweisen. Das hat nichts mit Misstrauen zu tun, aber du solltest abgesichert sein. Denn nun musst du einiges in die Wege leiten.

Kündige deinen alten Job

Nun wird es Zeit die Karten auf den Tisch zu legen. Du solltest möglichst zeitnah deinen Arbeitgeber über deine Entscheidungen informieren. Bedenke dabei, dass eine Kündigung schriftlich erfolgen muss und es in deinem Vertrag Regelung zur Kündigung gibt, die du beachten solltest.

Bei allen formell notwenigen Sachen ist es aber stets empfehlenswert zunächst das persönliche Gespräch zu suchen. Das gehört einfach dazu. Es ist offen, ehrlich und respektvoll. Sollte es dir schwer fallen direkt mit dem Chef zu sprechen, dann suche zunächst das Gespräch mit deinem direkten Vorgesetzten. Ab dann gibt es kein Zurück mehr und die Grundlage für den letzten Punkt ist gelegt.

Gehe im Guten

Es gibt mit Sicherheit genügend Gründe ordentlich Dampf abzulassen, wenn die Katze eh aus dem Sack ist. Schließlich haben dich die Umstände dazu gebracht deinen Arbeitgeber zu verlassen. Doch was würde es dir bringen einen Scherbenhaufen zu hinterlassen? Zum einen weißt du nie, wie sich die berufliche Zukunft entwickelt und zum anderen bringt ein dramatischer Abgang nichts Positives.

Trenne dich also im Guten. Nutze deine letzten Wochen im Unternehmen sinnvoll. Wenn du die Möglichkeit bekommst, dann arbeite deinen Nachfolger ein und lass somit einen Teil deines Knowhows im Unternehmen. Es wird schwer genug dich zu ersetzen. Dann verabschiede dich von allen und starte ohne negative Gefühle in deinen neuen Job.

3 Gedanken zu „Jobwechsel – worauf du bei beruflichen Veränderungen achten solltest“

  1. Ein toller Artikel der zu meinem aktuellen Entschluss passt.
    Den Punkt „Triff eine Entscheidung“ habe ich vollzogen und habe schon die ersten Schritte dazu eingeleitet. Nun bin ich auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber.
    Du hast super zusammengefasst, worauf es hier ankommt und auch ich habe lange Zeit mit meinem Gewissen gerungen. Der Tipp mit dem „Gehe im Guten“ finde ich besonders wichtig. Nachträglich mit Schmutz werfen ist nicht sehr stilvoll.

    Liebe Grüße
    Mo

    Antworten
  2. Lieber Felix,
    Du gibst hier wieder sehr wertvolle Tipps. Ich bin ganz erschrocken über die hohe Anzahl an Menschen, die unzufrieden sind mit ihrem Job – 85 Prozent ist echt eine krasse Hausnummer. Das hätte ich nicht erwartet. Nicht immer und nicht zu jeder Zeit passt eine bestimmte Stelle zu einem selbst – deshalb sind Veränderungen oft wichtig. Niemand schuldet irgendwem irgendwas und das muss man sich wohl immer wieder bewusst machen.
    Beste Grüße von Miriam von Nordkap nach Südkap

    Antworten
  3. Huhu,

    unglaublich wie viele Menschen mit ihrem Beruf unglücklich sind. Für mich wäre das unvorstellbar, da ich auf der Arbeit fast mehr bin als zuhause. (Schlafen ausgenommen)

    Danke für deine tollen Tipps.

    LG Steffi

    Antworten

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