Fachkräftemangel und Digitalisierung im Brandschutz

Ein Gastbeitrag von Tatjana Naß

Die Zukunft ist digital und so steht auch die Brandschutz- und Sicherheitstechnik an einem Wendepunkt. Hersteller und Facherrichter sehen sich neuen Herausforderungen, aber auch Chancen gegenüber, die es zu nutzen gilt. Denn nicht nur die tägliche Arbeit stellt Anforderungen an die Sicherheitsbranche, sondern auch der technologische Wandel. Doch auch das Marktumfeld und die Marktnachfrage sind wesentliche Faktoren, die Errichterbetriebe herausfordern. Die Digitalisierung spielt dabei eine grundlegende externe Rolle, während der Fachkräftemangel mit großem Abstand die größte, interne Herausforderung an diese Betriebe stellt. Durch die zunehmende Digitalisierung und den normierten Markt hat die Gewinnung und Qualifizierung von Fachkräften hier höchste Priorität.

Fachkräftegewinnung in Zeiten des technologischen Wandels

Einer der wesentlichen Gründe, warum Betriebe sich oft gegen die Digitalisierung sträuben, ist der damit verbundene Fachkräftemangel. Massive Änderungen an Abläufen erfordern eine sorgfältige Weiterbildung des Personals. Dazu kommen der demografische Wandel, die Fragen an die Vorsorge und veränderte Anforderungen des Arbeitsmarkts. Unternehmen haben heute nur noch selten den Luxus, auf ausgebildete Fachkräfte zurückzugreifen. Vielmehr geht es darum, selbst die Initiative zu ergreifen und Fachkräfte nicht nur heranzubilden, sondern diese auch zu binden. Effektive Weiterbildungen gehören hier genauso dazu, wie auf die Bedürfnisse des Nachwuchses einzugehen.

Digitalisierung als Chance: dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Wie alle kleinen und mittleren Unternehmen stehen auch Errichterbetriebe den Herausforderungen der Digitalisierung gegenüber. Doch bieten sich hier auch reichlich Chancen und Potentiale, die viele Unternehmen bereits erkannt haben und gewillt sind, diese auch zu nutzen. Facherreichter gehören zu dieser Gruppe. Sie begreifen die Digitalisierung als Chance und sehen hier nicht nur Möglichkeiten zur Kostensenkung, sondern auch die Gelegenheit, Prozesse transparent zu gestalten. Dadurch ergibt sich nicht nur eine höhere Wertschöpfung, sondern auch bessere Nachkalkulierungsmöglichkeiten. Die Digitalisierung bietet zusätzlich Effizienzhebungspotentiale. Branchen, wie der Brandschutz, haben hier die einmalige Chance die Entwicklungen zu nutzen und wesentliche Themen aktiv anzugehen.

Errichter von Brandschutzkonzepten können so beispielsweise in Zukunft bei der Installation komplexer Bauteile oder Anlangen von speziellen Anwendungen oder Apps der Hersteller profitieren. Diese werden dann entweder auf dem Smartphone-Display oder über eine Datenbrille visuell unterstützen. Dank Augmented Reality werden so Livebild und ergänzende Informationen und Hinweise miteinander kombiniert und bieten effiziente Unterstützung. Auch hier liegt es an den Betrieben selbst, ihre Fachkräfte dahingehend zu schulen. Nur, wenn durch die passende Weiterbildung nicht nur den Brandschutz selbst, sondern auch die sich verändernde Technologie beinhaltet, können Betriebe und Fachkräfte gleichermaßen profitieren.

Herausforderungen annehmen: Fachkräftegewinnung durch Kompetenz

Der Fachkräftemangel spielt in der Branche eine gewichtige Rolle und ist dadurch der größte Wachstumsengpass des Marktes. Hier müssen Errichterbetriebe Lösungen anbieten, um Ihr Personal fachgerecht weiterzubilden und zu schulen. Insbesondere der Brandschutz erfordert aufgrund der Komplexität und Dynamik gut ausgebildetes und informiertes Fachpersonal. Dabei kommen neben den innerbetrieblichen Informations- und Weiterbildungsmöglichkeiten auch berufsbegleitende Fortbildungen zum Tragen. Fachkräfte müssen sich aufgrund der Digitalisierung auf Veränderungen einstellen, die ihnen im weiteren Verlauf allerdings viele Vorteile bieten. Denn auch im Brandschutz spielt die Digitalisierung ihre Stärken aus. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, klassische Präsenzveranstaltungen zu ergänzen und somit eine orts- und teilweise zeitunabhängige flexible Weiterbildung ermöglichen:

  • Software
  • Webinare
  • Digitale Lernplattformen und -umgebungen
  • Foren
  • Datenbanken

Neben digitalen Plattformen haben auch Verlage den Wandel für sich erkannt und stellen Fachkräften benötigte Fachinformationen nicht mehr nur auf klassischem Wege zur Verfügung, sondern auch durch Apps oder die zugehörigen Datenbanken. Nutzer können so von überall und zu jeder Zeit auf umfangreiche Archive zurückgreifen und durchsuchen.

Digitalisierung im Brandschutz: dem Fachkräftemangel durch Kompetenz entgegenwirken

Die Digitalisierung stellt auch den vorbeugenden Brandschutz vor Herausforderungen, bietet ihm zugleich aber auch Chancen. Der Arbeitsalltag von Planern, Errichtern, Betreibern und weiteren Beteiligten wir dadurch in Zukunft nicht nur beeinflusst, sondern auch verändert. Fachkräfte müssen sich hier zwingend der Veränderungen stellen, sie annehmen und für sich nutzbar machen. Unternehmen stehen hier in der Pflicht, dem Fachkräftemangel durch passende Angebote entgegenzuwirken. Sei es durch die Möglichkeit interner Aus- und Weiterbildungen oder durch die Nutzung externer, spezialisierter Angebote. Je höher die Kompetenz von Fachkraft und Unternehmen, desto effizienter können die Chancen der Digitalisierung entgegengenommen werden.

Tatjana Naß

Tatjana Naß

Tatjana betreibt seit Dezember 2015 den Blog meinTriathlon.de und seit kurzem den Blog Tanjas-Ratgeber.de, um auch über andere Themen zu schreiben.

1 Gedanke zu „Fachkräftemangel und Digitalisierung im Brandschutz“

  1. Ein für mich sehr interessantes Thema, gerade die Digitalisierung beschäftigt mich auch täglich als Unternehmer. Sie wird zunehmend in jedem Bereich wichtiger und wir haben die Chance sie zu nutzen.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Lege die 2 Puzzle-Teile übereinander

Das könnte dich interessieren

pinocchio
Fachkräftemangel

Fachkräftemangel in Deutschland – alles eine Lüge?

Befasst man sich näher mit dem Thema Fachkräftemangel, bekommt man im Netz mehr Gründe geliefert, warum das alles eine Lüge sein soll als zielführende Lösungsvorschläge. Zukunftsberechnungen über tausende offene Stellen werden den Machenschaften von Lobbyverbänden zugeordnet. Unbesetzte Stellen sind die eigenen Versäumnisse von Unternehmen. Wie lassen sich solche unterschiedlichen Interpretationen einordnen? Fachkräftemangel in Deutschland –

Weiterlesen »
Home-Office Familie
Wandel des Arbeitsmarktes

Macht Home-Office unproduktiv?

Ein Gastbeitrag von Rebekka Möller, workation24.de Noch vor zwei Jahren war die Idee, von zu Hause aus arbeiten zu können, für viele angestellte Arbeitnehmer ein unerreichbarer Traum. Während kleinere Branchen, wie Start-Ups und innovative Tech- und Digitalfirmen die agile Natur einer außerhalb des Firmengeländes angesiedelten Belegschaft zu schätzen wussten, war die Mehrheit der deutschen Unternehmen

Weiterlesen »