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Anpassungsfähig in der Arbeitswelt – ist das immer gut?

Anpassungsfähig in der Arbeitswelt – ist das immer gut?

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Sich anzupassen und einzugliedern ist gut, oder? Wer aus der Reihe tanzt, wird gern mal beäugt, nicht? Die Evolution hat es mitgegeben und in der Arbeitswelt wird es gefordert. Passe dich an – an die Unternehmensstruktur, an neue Gegebenheiten am Arbeitsmarkt und an den technologischen Fortschritt. Denn nur wer sich anpasst, bleibt im Spiel. Oder? Anpassungsfähig in der Arbeitswelt – ist das immer gut?

Warum Anpassungsfähigkeit in der Berufswelt gefragt ist

Wir wissen: Organismen, die anpassungsfähig sind, haben eine größere Chance zu überleben. Sei es der einfache Mensch oder große Unternehmen. Zu reagieren und mit dem zu gehen, was gerade auf uns zurollt, bringt entscheidende Vorteile. Ganz verständlich, dass Unternehmen in ihren Stellenausschreiben explizit darauf hinweisen, dass Anpassungsfähigkeit ein essenzieller Soft Skill ist, ohne den es nicht geht.

Um wettbewerbsfähig und profitabel zu bleiben, müssen Unternehmen sich rasch an neue Marktumstände anpassen. Dies kann sich auf Arbeitsabläufe, innere Arbeitseinstellungen, räumliche Flexibilität und Erreichbarkeit beziehen. Die Globalisierung und schnell wachsende Technologien befeuern verschiedene Unternehmensbereiche und verändern diese. Gute Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gehen mit der Veränderung.

Was stetige Anpassung auch bedeutet

Wenn wir die Anpassungsfähigkeit genauer beleuchten, versteht man darunter auch, dass Mitarbeitende genau das tun, was von ihnen verlangt wird. Ändert sich etwas im Unternehmen, müssen die Arbeitnehmenden ihre Anpassungsfähigkeit ins Spiel bringen. Dass dies nötig ist, damit Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, ist – wie oben bereits erwähnt – nachvollziehbar: Gerade in Start-ups, die fliegen möchten, sind Anpassungsfähigkeit und Flexibilität essenziell. Doch wer nur reagiert, des Reagierens willen, ohne dabei neue Ideen zu spinnen und einen Schritt weiter zu denken, wird womöglich entscheidende Ideen auf der Strecke liegen lassen. Unternehmen müssen daher vorsichtig sein, dass sie sich nicht bloß brave Schafe in die Büroetagen holen, die pflichtbewusst das tun, was gerade nötig ist.

Innovation und Kreativität können nur leben, wenn man Neues zulässt, nicht blind reagiert und jedem Trend nachläuft. Denn nicht für jedes Unternehmen muss das funktionieren, was bei der Konkurrenz funktioniert und vielleicht – liegen im eigenen Unternehmen ja sogar noch viel bessere Ideen begraben, die nur nicht ausgesprochen werden.

Kann zu viel Anpassungsfähigkeit nachteilig für Unternehmen sein?

Zu viel Anpassung kann demnach Kreativität und Innovation in Unternehmen blockieren. Stellt man sich vor, dass Mitarbeitende nicht darin gefördert werden, ihre Ideen zu äußeren, kann dies unter Umständen bedeuten, dass tolle Neuerungen am Weg verloren gehen.

Außerdem können Anpassungen in der Arbeitsweise oder der Unternehmenskultur bei Arbeitnehmenden Druck und Unwohlsein hervorrufen. Was ist, wenn sich neue Werte und Arbeitsabläufe am Anfang überfordernd oder unrichtig anfühlen und man sich nur anpasst, weil man es muss? Ohne gutes Change Management können Umstellungen in Unternehmen auch nach hinten losgehe, weil Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sich überfahren fühlen.

Daher sollten diese immer auch darin bestärkt werden, ihre wahren Gedanken zu äußern und auch mal „Nein“ sagen zu können. Denn manchmal kann auch ein Nein genau der Faktor sein, den es brauchte, um nicht blindlings in eine Richtung zu laufen, die für das Unternehmen alles andere als passend wäre oder womöglich gute Mitarbeitende auf Dauer vergrault hätte.

Anpassungsfähigkeit in der Arbeitswelt

Wie Groupthink Innovation verhindert

Manchmal wird das böse Wort „Mitläufer“ durch die Unternehmensflure geflüstert. Gemeint sind damit Mitarbeitende, die ohnehin zu jeder Veränderung ja sagen. Selbst, wenn diese im ersten Moment oft nicht problematisch erscheinen, können zu viele Mitläufer neue Innovationen des Unternehmens behindern. Auch wenn es traurig klingt, Mitläufer bringen wenig Ideen ein. Selbst, wenn diese welche haben, werden sie nicht geteilt, sondern schnell abgetan: Hauptsachen nicht zu stark aus der Reihe tanzen.

Zu viel Angepasstheit an die restliche Gruppe kann demnach zu Problemen führen. Dies kommt im Phänomen des Groupthinks sehr gut zum Ausdruck: Menschen tendieren dazu, die Meinung der Gruppe anzunehmen. Forschungen zeigen, dass das Gruppendenken aber nicht immer die beste Lösung sein muss. Eine anhaltende Gruppenmeinung zu bestimmten Themen kann zu Betriebsblindheit führen, die wichtige Veränderungen verhindert.

Wie sollte Anpassungsfähigkeit in Unternehmen gelebt werden

Essenziell ist es, ein gutes Mittelmaß zu finden. Mitarbeitende zu suchen, die zwar anpassungsfähig sind und rasch reagieren, wenn reagiert werden muss, die gleichzeitig aber auch reflektiert diesen Veränderungen nachgehen. Unternehmen dürfen Arbeitnehmende ermutigen, ihre Ideen zu teilen und in das Unternehmen zu tragen sowie auch einmal Stopp zu sagen, wenn gewisse Veränderungen auf dem Rücken des Wohls der Angestellten passieren.

Gute Unternehmen leben von einem lebendigen Austausch, der alle Seiten beleuchtet. Dann kann wirkliche Wettbewerbsfähigkeit gelebt und neue Unternehmenswege erschlossen werden. Eine offene Mitarbeiterführung, die Ideen zulässt und Neuerungen Schritt für Schritt ins Unternehmen eingliedert, ist hierfür von großer Bedeutung.

Anpassungsfähig in der Arbeitswelt – ist das immer gut? Es ist Fluch und Segen zugleich. Denn man braucht sie, um erfolgreich auf von außen kommende Veränderungen zu reagieren, sie kann aber auch gute Ideen verhindern und Mitarbeitende zu schlafenden Schafen machen, die einfach nur reagieren, weil es von ihnen verlangt wird. Mit einer offenen Unternehmenskultur, in der Ideen gefragt sind und Mitarbeitende dazu ermuntert werden, ihre Anpassungsfähigkeit vor allem dann zu leben, wenn es um wichtige, nachhaltige Veränderungen im Unternehmen sowie um äußere Reize des Marktes geht, kann Anpassungsfähigkeit auf die Weise gelebt werden, so dass Unternehmen stark profitieren.

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