Der Jobtausch – Praktikabler Umweltschutz

Warum tauschen die Leute, die auf dem Weg zur Arbeit im Stau stehen nicht mit denen, die ihnen entgegenkommen? Dann müsste niemand mehr ins Auto steigen! Somit ist der Jobtausch nicht nur eine hervorragende Möglichkeit den passenden Job zu finden, sondern stellt gleichzeitig eine bisher unbeachtete Möglichkeit für praktikablen Umweltschutz dar.

Was genau ist ein Jobtausch?

Wie der Begriff bereits sagt, geht es bei einem Jobtausch nicht darum, eine freie Stelle zu finden, sondern jemanden zu finden, mit dem man den aktuellen Job tauschen kann. Es geht also in erster Linie darum, den Arbeitgeber und damit den Arbeitsplatz mit jemandem zu tauschen, der im gleichen oder einem ähnlichen Gebiet arbeitet. Die Absicht dabei ist es, die eigene Situation zu verbessern, ohne den aufwändigen Prozess der traditionellen Arbeitssuche durchlaufen zu müssen.

Stellenbeschreibungen stimmen fast nie mit den eigenen Vorstellungen überein und werden daher unter Kompromissen akzeptiert. Ziel beim Jobtausch ist es, diese akzeptierten Kompromisse so klein wie möglich zu halten und die erworbenen beruflichen Fähigkeiten weiterhin zu nutzen. Der Arbeitsweg ist ein Kompromiss, der oft unbewusst eingegangen wird. Man akzeptiert leicht eine Zeit von bis zu einer Stunde oder mehr, um zur Arbeit zu pendeln. Dabei ist Pendeln eine enorme Verschwendung von Kapazitäten sowie eine ökonomische und ökologische Belastung.

Longboard

Was hat das mit Umweltschutz zu tun?

Naja, eigentlich ganz einfach. Wer für seinen Beruf pendelt und viel Zeit auf der Straße verbringt, verursacht auch einen entsprechenden CO2-Ausstoß. Betrachtet man nur die Gruppe der Berufspendler mit einem Arbeitsweg von mehr als 25 km je Strecke, so sind das bereits etwa 7,6 Mio. Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Diese verursachen nur auf ihrem Arbeitsweg einen Ausstoß von mehr als 15 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr. Das entspricht immerhin 2 % der in Deutschland angestrebten Gesamtmenge an CO2 Emissionen aus dem Jahr 2020. Betrachtet man zusätzlich noch den angestrebten CO2-Preis von 55 € je Tonne, so ergibt sich daraus auch eine zusätzliche finanzielle Belastung von 825 Mio. € im Jahr. Allein durch eine bessere Zuordnung des Arbeitsplatzes in Abhängigkeit des Wohnortes könnte eine flächendeckende Reduktion der Arbeitswege und somit auch der Treibhausgasemissionen sowie der entstehenden Kosten erreicht werden.

Wer kann dazu beitragen?

Im Grunde genommen fast jeder, denn es gibt viele Leute, die gern ihren Arbeitsplatz tauschen würden. Laut Gallup Engagement Index identifizieren sich bloß 15 % aller Arbeitnehmer mit ihrem Unternehmen. D.h., dass fast jeder bei seiner Arbeit einen Kompromiss akzeptieren musste, der so groß ist, dass man nicht glücklich ist. Jedoch ist es den allermeisten nicht klar, dass sie gern tauschen würden, weil ihnen einfach die Option dazu fehlt.

Bei einigen großen Unternehmen sowie im öffentlichen Dienst wird der Ansatz des Jobtauschs bereits angeboten und funktioniert. Allerdings handelt es sich dabei stets um einen internen Tausch. Dabei ist es zwingend notwendig, dass der Betrieb mehrere Standorte und Abteilungen hat, in denen ähnliche Tätigkeiten ausgeübt werden. Im Mittelstand existiert dieses Mittel des internen Tauschens nicht, da schlichtweg die Rahmenbedingungen dazu fehlen. Wenn man bedenkt, dass in Deutschland lediglich 0,4 % aller Firmen Konzerne, bzw. Großunternehmen sind, handelt es sich bei der Möglichkeit des Jobtauschs bisher um ein echtes Privileg.

leere Straße

Warum ist der Jobtausch nun praktikabler Umweltschutz?

Der Jobtausch bietet einen sich selbst ermöglichten Ansatz des Umweltschutzes. Das klingt jetzt auf den ersten Moment etwas kompliziert, ist jedoch ganz simpel. Denn für einen Jobtausch sind keine institutionellen oder regulatorischen Entscheidungen erforderlich. Es müssen keine Gesetze erlassen oder Verbote durchgesetzt werden. Es muss einfach nur der Job getauscht werden. Ein Beispiel soll den Effekt noch weiter verdeutlichen. Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob es auf deutschen Autobahnen ein Tempolimit von 130 km/h geben soll. Die Effekte auf die CO2-Emissionen sind weitestgehend bekannt, doch unterschiedliche Interessenlagen zögern eine Entscheidung immer wieder hinaus.

Der Jobtausch ist zwar keine Antwort auf die Fragen „Tempolimit ja oder nein“, aber er löst eine Ursache der Problematik, ganz ohne Gesetz. Denn wenn weniger Menschen für ihren Arbeitsweg auf die Autobahn müssen, wird die Umwelt automatisch weniger belastet. Anstatt sich also immer nur mit den Auswirkungen zu befassen, ist doch viel sinnvoller die eigentlichen Ursachen in den Blick zu nehmen.

Wie soll der Jobtausch funktionieren?

Um den eigenen Job tauschen zu können, muss natürlich erstmal jemand gefunden werden, wo das Ganze auch Sinn ergibt. Hierfür hat JobSwop.io die erste Jobplattform mit Jobtausch-Funktion entwickelt. Hier findet man nicht nur offene Stellen, sondern kann seinen aktuellen Job zum Tausch anbieten. Anhand des eigenen Jobprofils und des gewünschten Arbeitsortes werden ganz anonym und kostenlos passende Tauschpartner miteinander verbunden. Und damit auch so viele wie möglich mitmachen können, gibt es JobSwop.io als Anwendung für jeden Internetbrowser sowie als App für alle gängigen Mobilgeräte. Welche Vorteile der Jobtausch noch mit sich bringt, steht im Beitrag „Der Jobtausch – Die Zukunft der Stellensuche.“

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