Vergeben und doch zu haben – so entstehen unsichtbare Jobs!

Nicht sichtbar und daher leider nicht verfügbar – hast du schon von unsichtbaren Jobs gehört? Arbeitsstellen, die eigentlich zu vergeben wären, aber am Arbeitsmarkt nicht zu finden sind. Du fragst dich, wie eine vergleichbare Situation entstehen kann? Denn vorhandene Jobs müssen doch automatisch sichtbar sein, nicht?

Du kennst ganz bestimmt eine Person, die ihre berufliche Position als nicht erfüllend empfindet. Derjenige oder diejenige ist nicht glücklich und sehnt sich nach einer neuen Arbeitsstelle. Der Versuch eine neue Arbeit zu finden, bleibt allerdings aus – Perspektiven werden nicht erkannt und genutzt. Laut Statistik denken 75 % der Arbeitnehmenden über einen Jobwechsel nach, doch kaum jemand wagt den Schritt und sucht nach neuen Jobchancen.

Arbeitsstellen, die von Menschen besetzt sind, die ihren Job eigentlich gerne eintauschen würden, nennt man unsichtbare Jobs. Diese Jobstellen wären theoretisch ja „zu vergeben“, aber sie scheinen natürlich nicht am Arbeitsmarkt auf, weil sie offiziell besetzt sind. Daher sind diese Stellen für all jene Personen, die nach vergleichbaren Anstellungen suchen, unsichtbar.

Wie entstehen unsichtbare Jobs?

Laut Gallup Studie hat jede:r sechste Mitarbeiter:in innerlich gekündigt, zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland haben keine emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen und machen nur Dienst nach Vorschrift. Doch wirklich zu kündigen, ist nicht so einfach: Um zu überleben, braucht man einen Job. Zu groß ist das Risiko am Ende mit nichts da zu stehen. Außerdem erfordert es Disziplin, Mut und Timing, um eine neue geeignete Arbeitsstelle zu finden und schließlich auch zu bekommen. So bleiben die meisten Arbeitnehmenden einfach bei ihrer aktuellen Tätigkeit, obwohl sie nicht zufrieden sind – unsichtbare Jobs sind geboren.

unsichtbare Jobs

Es gibt viel mehr unsichtbare Arbeitsstellen als man annehmen möchte

Auch wenn der Begriff „unsichtbarer Job“ noch nicht weit verbreitet ist, gibt es sehr viele nicht sichtbare Arbeitsstellen. Vielleicht ist dir ja gerade bewusst geworden, dass du oder eine Person, die du kennst, selbst eine Stelle besetzt, die für jemand anderen die lang ersehnte Tätigkeit sein könnte. Unsichtbare Jobs entstehen sehr einfach. Wenn man ein paar Faktoren betrachtet, wird schnell verständlich warum.

Jobwechsel erwünscht

75 % der Beschäftigten denken über einen Jobwechsel nach. Dafür gibt es vielfältige Gründe. Sei es das Arbeitsklima, die Aufstiegschancen, das Gehalt, der Wunsch nach etwas Neuem oder nach Weiterentwicklung. Der Grund ist gar nicht so wichtig. Wichtig ist die Erkenntnis, dass viele Mitarbeiter:innen in einem Job verweilen, der sie nicht erfüllt und den sie gerne wechseln würden. In diesen Fällen wäre es doch genial, wenn man wüsste welche Arbeitnehmenden bereit wären, ihren Job einzutauschen. Die unsichtbaren Arbeitsstellen würden dann sichtbar werden und könnten mit Beschäftigten getauscht werden, die entsprechende Qualifikationen besitzen und den angebotenen Job gerne annehmen würden.

Unsichtbare Arbeitsstelle als Übergangslösung

86 % der Arbeitnehmenden sind bei einem interessanten Angebot bereit, ihre Arbeitsstelle zu wechseln. Oft sind Beschäftigte in ihrem derzeitigen Job nicht richtig ausgelastet und können ihre Fähigkeiten nicht gezielt einsetzen. Oder die aktuellen Tätigkeiten entsprechen nicht ihren Vorstellungen. Sobald sich ein interessantes Jobangebot zeigen würde, wären sie bereit den Sprung zu wagen und eine neue Arbeitsstelle in Anspruch zu nehmen. Das Problem, diese Personen besetzen nicht nur selbst unsichtbare Arbeitsstellen, durch ihre abwartende Haltung entdecken sie nur schwer neue Perspektiven. Der Kreislauf endet nicht: Jobs werden unglücklich besetzt, dadurch nicht gesehen und alle verweilen im selben alten Trott.

Keine Verbindung zum Unternehmen

63 % der Arbeitnehmenden gehen davon aus, in drei Jahren nicht mehr für ihren aktuellen Arbeitgeber zu arbeiten. Tatsache ist, dass nur noch wenige Beschäftigte eine Verbindung zu dem Unternehmen aufbauen, in dem sie tätig sind. Sehr häufig können sie sich nicht mit den Werten der Firma identifizieren oder haben sich auf Jobstellen beworben, die zu einer bestimmten Zeit sichtbar waren, aber nicht ihren Vorstellungen entsprachen. Oft fühlen sie sich nicht wertgeschätzt und sind daher auch nicht bereit, über lange Zeit für ein Unternehmen zu arbeiten.

Die Pandemie hat die Zahl der unsichtbaren Jobs erhöht

Das lässt sich ganz leicht erklären. Durch die Pandemie sind viele Menschen ins Grübeln geraten. Selbstverständliches war nicht mehr möglich. Man hat sich substanzielle Fragen gestellt. Bin ich glücklich? Was möchte ich noch erreichen? Bereitet mir mein Job Freude? Da wir den größten Teil unseres Lebens in der Arbeit verbringen, ist es nur natürlich, dass wir in großen Krisen über unsere berufliche Entwicklung nachdenken. Viele Personen haben während der Pandemie also festgestellt, dass sie ihre Arbeitsstelle nach Möglichkeit wechseln oder sogar einen beruflichen Neuanfang wagen würden. Wie oben erwähnt, ist das aus unterschiedlichen Gründen nicht so einfach umzusetzen – gerade nicht in Zeiten einer großen Krise, in der die Jobsuche nicht einfacher wird. Die Zahl der unsichtbaren Arbeitsstellen ist jedoch gewachsen.

unsichtbare Jobs

Der Jobtausch – wie unsichtbare Jobs sichtbar werden

Wenn man die ganze Situation betrachtet, ist es sehr schade, dass viele Jobs besetzt und unsichtbar bleiben, obwohl die aktuellen Arbeitnehmenden nicht zufrieden mit der Arbeitsstelle sind und sich doch eigentlich nach einer neuen Tätigkeit sehnen – die zum Leiden aller vielleicht auch unsichtbar ist. Jobsuche funktioniert eben wie ein Schiebefix-Puzzle: Erst wenn eine Stelle frei wird, kann jemand darauf nachrücken. Wie könnte man also unsichtbare Jobs sichtbar machen?

Hier kommt der Jobtausch ins Spiel. Beim Jobtausch geht es darum, jemanden zu finden, mit dem man seinen vorhandenen Job tauschen könnte. Der- oder diejenige sollte in einem ähnlichen Aufgabengebiet arbeiten und passende Qualifikationen mitbringen. Wenn man diese Möglichkeit nutzt, kann viel Zeit leidigen Wartens und anhaltender Unzufriedenheit eingespart werden. Denn unsichtbare Arbeitsstellen würden sichtbar werden und Jobsuchende könnten sich darauf bewerben. Arbeitszufriedenheit und -motivation werden so hochgehalten, aber vor allem verbringt man weniger Zeit in unbefriedigenden Arbeitsverhältnissen.

Der Begriff unsichtbarer Job ist noch nicht sehr bekannt – wie man sieht, entstehen unsichtbare Arbeitsstellen jedoch recht rasch. In jedem Unternehmen gibt es eine große Prozentzahl an Beschäftigten, die gerne ihren Job tauschen und eine neue Herausforderung ergreifen würden, dies aber aus unterschiedlichen Gründen nicht tun. Es wäre schade, wenn Arbeitnehmende zukünftige Jobchancen nicht wahrnehmen könnten, weil diese nicht sichtbar sind. In diesem Fall schafft der Jobtausch Abhilfe.

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